20.11.2010

Marc tries Balut

Uhh, endlich habe ich es hinter mir.

Das Video ist länger geworden als ich geplant hatte. Daher musste ich es in zwei Teile aufsplitten.
Der Upload dauerte ewig.

Einmal wurde der Transfer bei 80% unterbrochen. Dann dauert der Upload des ersten Teils über 7h.
Der zweite Teil 4h.



17.11.2010

Einigkeit und Recht...

Beim Brainstormen über Themen, die ich hier im Blog abhandeln sollte, hat sich ein Thema klar hervorgetan.
Nichts anderes scheint mich momentan mehr zu beschäftigen.

Übrigens: Habe einen furchtbaren Haarschnitt bekommen.
Was vermisse ich wirklich aus meiner Heimat?

-Freiheit
Wie schön war es nur damals in Deutschland.
Wir hatten Vertrauen, Autos, Spaß...tolle Zeiten.
Worum es mir geht ist, dass ich hier ziemlich wenige Freiheiten habe.

Im Prinzip beschränken sich meine Freiheiten hier auf Essen gehen, im Gym trainieren, Internet und der Raum, in dem ich manchmal alleine sein kann.
Achja, gerade ist hier Strom ausgefallen. Keine Ahnung warum. Draußen waren die Leute Weihnachtslichter am Aufhängen. Ventilator ist seit einer Minute aus und ich tropfe bereits. T_T

Um es etwas deutlicher zu machen. Wenn ich irgendetwas will, laufe ich zu meinem Cousin und teile ihm meinen Wunsch mit. Er entscheidet dann, ob es für mich infrage kommt. Evtl muss dann nochmal mit meinem Onkel Rücksprache gehalten werden.
Wenn dabei herauskommt, dass mein Wunsch mit einem Risiko für meine Gesundheit (und meine "Seele", schätze ich) verbunden ist, wird mir mein Wunsch abgelehnt.

Um es nun wirklich deutlich zu machen.

Ich möchte irgendwo hin: Ich muss von meinem Cousin gefahren werden und er muss an meiner Seite bleiben.
Das heißt, alleine sein mit einer anderen Person (z.B. einer Frau?!) ist ausgeschlossen.
Eintrittspreise, Essenskosten, etc. verdoppeln sich dadurch (für mich).
Geteilte Freude ist NICHT immer doppelte Freude T_T.

Ich möchte mich auf meine/gesunde Weise ernähren: Ich bekomme blöde Kommentare von der Seite über meinen hohen Hünchenkonsum zu hören. Man stellt infrage, dass ich weiß, was ich tue und erhalte unaufgeforderten Rat.
Und klar, das kann ich alles weglächeln und ignorieren, aber es äußert sich dann darin, dass man sich manchmal schlichtweg über meine Pläne hinwegsetzt und ich dann irgendwas vorgesetzt bekomme.
Ah, und es nervt, wenn man ständig zum Essen aufgefordert wird.
Es ist ja nicht so, als hätte man sich die Mühe gemacht, mir etwas Schönes zu machen. Meist ist es eine Aufforderung irgendwohin essen zu gehen. 

Ich glaube, ich habe noch nicht deutlich genug hervorgehoben, wie sehr meine Freiheit eingeschränkt ist, weil ich nicht alleine rausgehen darf.
Ich stehe vor der Wahl, einfach nicht rauszugehen und meine restliche Zeit auf den Philippinen in Einsamkeit und Langeweile zu verbringen oder ich lüge.
Und ich lüge hier viel. Und ich hasse es.

-Deutsche Preise
Natürlich nicht in jeder Hinsicht. Das meiste hier ist günstiger.
Aber reich ist man hier wegen seinen Euros nicht.

Ein Liter Benzin? 70-80 cent.
Ein halbes Kilo Hühnerbrustfilet? 2,50-3 Euro. In Deutschland übrigens auch.
Ein Bier in einer Bar? 1 Euro.
etwas Härteres als Bier? 3 Euro.
Fast-Food? 2-3 Euro.
Mahlzeit im Restaurant? 4-6 Euro. Achja. Meine Begleitung nicht zu vergessen: 8-12?
Ayala Museum über die Philippinen? 4 Euro/Person.
Kino? 4 Euro/Person.
Hygiene-Artikel? Deutsche Preise, teilweise teurer.
Klamotten? Sehr unterschiedlich. Anständige und tragbare Qualität ist mit deutschen Preisen vergleichbar.
Jeans und Hosen sind jedoch sehr günstig. Schuhe, Oberteile und Unterwäsche ist für philippinische Verhältnisse recht teuer. Jedoch immernoch billiger als in Deutschland.
Taxi-Fahrt? 1-2 Euro. Andere Verkehrsmittel sind hier billiger, aber...
Elektronik? Wenn es von Filipinos hergestellt werden kann, billiger. Ansonsten ist es importiert und die Preise sind wohl mit den deutschen zu vergleichen.
Geld verleihen? Priceless.

O_o


-saubere Hunde
Ein Aufenthalt auf den Philippinen und man vergisst, dass man einmal Hunde geliebt hat.
Ich habe hier noch keinen Hund angefasst, obwohl ich täglich mehrere zugesicht bekomme.
Die meisten davon sind Streuner. Dann gibt es Streuner, die bei Leuten wohnen (Haustier kann man das nicht bezeichnen). Und tatsächlich auch Hunde, die gepflegt und anständig behandelt werden.

Bereits vor meiner Ankunft und auch hier wurde ich mehrfach daran erinnert, wie sehr Tollwut auf den Philippinen vertreten ist und wie gefährlich es ist, Hunde anzufassen.
Als würde man das hier wollen...
Die Hunde stinken fürchterlich. Haben keine Erziehung und benehmen sich wie unter Drogen.
Flöhe? Läuse? Bestimmt.

-Sicherheit
Ja. Es ist hier unsicherer. Man vertraut den Menschen hier nicht.
Das ist in Deutschland wirklich anders. Menschen sind viel ehrlicher.
Hier ist man mit den Gedanken immer bei seinen Wertsachen. Diebstahl ist wahrscheinlich die größte Gefahr.
Der Verkehr hier ist wahnsinnig, aber man passt sich daran an.

Fun Fact #2: Keiner nutzt Sicherheitsgurte. Im Verkehr gibt es keine Regeln und keiner trägt Sicherheitsgurte (Ich trage immer, wenn einer vorhanden ist!).
Man geht davon aus, dass Unfälle siebenmal öfter im Tod enden, wenn kein Sicherheitsgurt getragen wird. Doof...

-anständige Internetanbindung
Langsam. Man sieht hier Werbung von Internetanbieter über DSL mit bis zu 385 kBit/s.
Hier bei Robbie haben wir gefühlt eine 768 kBit/s Leitung. Es macht keinen Spaß.
Video-Streaming ist nicht flüssig. Mehrere Sachen parallel laufen lassen ist ebenfalls nervig.

-Händewaschen
Obwohl es hier so verdammt dreckig ist und sich hier die ekligsten Krankheitserreger finden lassen, waschen sich die Leute viel zu wenig die Hände. Ich rede nicht mal vom Händewaschen vor einer Mahlzeit.
Auch das Händewaschen nach der Toilette, das sogar auf der Route liegt, wird vernachlässigt. Ekelhaft.
 
-Essen
Ja. Ich esse hier jeden Tag auswärts. Habe hier schon fast jeden Laden abgeklappert und dennoch, es ist sehr langweilig.
Es handelt sich bei vielen der Läden noch nicht mal um philippinische. Es gibt hier viele ausländische Fast-Food-Ketten und auch ausländische Restaurants. Das Essen, selbst in McDonald's, wird jedoch irgendwie philippinisch gemacht.
McDonald's verkauft Reis und Spaghetti (schmeckt nicht italienisch).
Das meiste Essen schmeckt wirklich gleich. Hier im Haus meines Onkels bin ich noch keinen Gewürzen begegnet.
Philippinische Küche überhaupt ist im besten Fall unbemerkenswert.
Etwas so Einfaches wie Brot vermisse ich. Hier auf den Philippinen ist Essen für mich wirklich nur die Versorgung von Nahrungsmitteln. Wirklich genießen kann ich die wenigstens Mahlzeiten.

-Mülltonnen 
Auf den Straßen gibt es keine. Der Müll wird auf die Straße geworfen. Erst jetzt habe ich mich daran gewöhnt. In Malls findet man manchmal Mülltonnen. u_u


-Autobahn
Autofahrten dauern unglaublich lange. Es gibt hier teils SEHR viel Stau. Die Zeit, die man im Vergleich zu Deutschland braucht, verdoppelt sich ohne Probleme.
Das schnellste, das ich hier gefahren bin, ist irgendwas um 80 km/h.
Die "Mutigen" fahren bei uns so schnell innerorts : /

-Deutsch
Das überrascht mich wirklich. Die deutsche Sprache hat für mich keinen tollen Klang.
Wenn ich deutsche Übersetzungen lese oder Synchronisationen höre, dreht sich mir der Magen.
Klar, die Qualität ist schon recht gut. Aber es verliert immer irgendwie an Reife. Es klingt zu Disney.

Hier hat es jedoch etwas Cooles (es gibt kein besseres Wort!) eine andere Sprache so gut zu beherrschen.
Ich bin hier zufällig einem Deutschen begegnet, mit dem ich ins Gespräch gekommen bin.
Sofort bestand eine Bindung. Ich habe ihn sehr gemocht ; ).
Die Sprache verbindet schon sehr. Es sei denn, man kann sie nicht und sie wird ausgrenzen.

Die deutsche Sprache hat schon etwas Schönes. Bin mir noch nicht sicher was.

-Familie
Klar. Hier habe ich warscheinlich mehr Familie als in Deutschland oder den USA (ich glaube, wirklich...).
Dennoch. Ich habe kaum welche kennen gelernt.
Eigentlich habe ich hier nur mit Robbies Familie (remember: mein Cousin, 2. Grades) Kontakt.
Um genau zu sein. Bis auf Lester und Ryan (Cousins 1. Grades) und drei anderen Cousins 2.Grades habe ich noch keine andere Familie hier getroffen.

Es fällt mir im Moment immer noch schwer die Bindung zu spüren, die ich mit Robbie eigentlich haben sollte.
Wir haben nun einige Zeit miteinander verbracht. Wir haben Sachen füreinander gemacht, Geheimnisse geteilt, füreinander gelogen, etc.
Dennoch.
Das Vertrauen oder die einfache Offenheit, die ich meiner Familie in Deutschland (oder selbst den USA) gegenüber habe, ist noch nicht gegeben.

Auch wenn man ständig von Leuten umgeben ist, fällt es mir leicht, mich alleine zu fühlen.
Es ist schade.
 
PS: Der Artikel ist nun fertig geschrieben. Ich habe mir bereits mehrfach den Kopf abwischen müssen, tropfe ununterbrochen und Strom ist immer noch nicht da. Hier ist es 02:20, nachts.

PPS: Ungefähr um 03:30 Uhr kam der Strom zurück! Juhu.

14.11.2010

15.10.2010 - Hochzeit

Da nun die restlichen Bilder hochgeladen wurden, fällt es mir wirklich schwer, weiterhin Ausreden zu finden, warum ich noch keinen Bericht über die Hochzeit verfasste.

Nun, ein Monat später ist es dann so weit.

DER TAG DAVOR
Ich sollte also dort hingebracht werden, wo meine Reise begonnen hatte.
In Cavite hatten Val, Piwi und ihre Schwester die gesamte Zeit verbracht.
Die ersten Tage war ich auch dort.
Sugar (Persephone) und Piwi (Penelope). Zwillinge!

Hmmm, es war Provinz. Die häuslichen Standards sind nicht mit deutschen vergleichbar.
Dementsprechend ist natürlich auch die Miete bedeutend niedriger.
$120/Monat. 2 Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche, Bad. Kein Warmwasser, kein Trinkwasser, Ungeziefer und heiß.

Ungeziefer - ein Video

Zusammen mit drei anderen Kerlen hatten wir in der Nacht zur Hochzeit das Haus übernommen.
Die anderen haben getrunken, ich hatte Angst.

Nachdem ich den Kampf gegen mehrere Kakerlaken überwunden hatte, wurde ich einer viel größeren Herausforderung gegenübergestellt. Ich teilte das Bett mit einem anderen Mann.
Er war betrunken. Hat geschnarcht(WIRKLICH laut). Achja, und schwul.

Zu dem Zeitpunkt war ich bereits seit einer Woche auf den Philippinen. Da mir bis dahin außer Mückenstiche nichts widerfahren ist, ging ich natürlich davon aus, dass ich auch in den Tropen unsterblich bin.
Bekam dann allerdings Durchfall. Wie sehr hatte ich gehofft, ich gehöre nicht zu den 95%, die unter Reisedurchfall leiden : /.

Glücklicherweise hatte sich das bis zum nächsten Morgen wieder eingependelt. Es ging mir die nächsten Tage wirklich gut.

einige Wochen darauf hatte sich dann mein Mund aufgerissen und mein Auge entzündet. Mittlerweile ist das Auge wieder in Ordnung. Die letzten Spuren an meinem Mund verschwinden auch "bereits".

DER MORGEN AM TAG DER HOCHZEIT
Irgendwie hatte ich dann die Nacht überstanden und konnte mich für die anstehende Hochzeit vorbereiten.
Bereits jetzt hat sich das Gefühl eingestellt, dass wir wirklich Teil von etwas Großem sind.
Ich habe mir beim Rasieren besondere Mühe gegeben, mir extra viel Zeit gelassen.

Wir wurden dann von den anderen abgeholt und zum Hotel gebracht, in dem die Hochzeit stattfinden wird.

Wir waren sehr früh dran und trotzdem immer noch zu spät. Es kam jedoch keine Hektik auf. Im Gegenteil.
Ich war lange Zeit noch immer nicht umgezogen. Hatte T.V. geschaut. Mich versucht irgendwie zu beschäftigen.

Das Umziehen hatte dann einen besonderen Charakter. 
Warum sehe ich so dick aus? Irgendwas stimmt nicht.
Es war dann nicht mehr einfach eine Party, die man besuchen wird. Ich war einer der Groomsmen.
Ich fühlte mich für die Hochzeit mitverantwortlich. Es ging nicht darum, dass ich dort Spaß habe.
Wichtig war, dass Val jede Hilfe bekommt, die er benötigt.

Dafür gab es uns.
Dieses Foto wurde vor der Hochzeit aufgenommen. Robbie (genau..mein Cousin Robbie) war etwas spät dran und hat daher nicht bei den Fotos teilgenommen.
Ich bin mir sicher, dass sich die Bridesmaids ähnlich geehrt gefühlt hatten.

Übrigens. Alles Rote auf dem Foto wurde von Val und Piwi gekauft. Vals Anzug und Piwis Kleid selbstverständlich auch.
Ich konnte den Designer kennen lernen. Wirklich ein sehr netter und schwuler Mann. Sehr komisches Erlebnis.
Der maßgeschneiderte Anzug von Val hatte umgerechnet 150,00 Euro gekostet. Ein guter Preis.
Die gesamte Hochzeit? Ich glaube, Val und Piwi hatten $20.000 investiert.



In zwei Hotelzimmern haben sich Braut und Bräutigam aufgeteilt und sich zusammen mit der Entourage vorbereitet. Dabei geholfen haben vier (oder drei) Stylisten.
Meine Haare hat man mir auch hergerichtet. Wirklich schlecht : ).
Naja, was erwartet man.

Ich benutzte seit Jahren kein Gel mehr, da es dem Haar kaum Form verleiht. Wenn es ein Gel ist, das besonders hart austrocknet, ist es eben genau das. Hartes Haar mit Wet-look.

Die größte Unterstützung kam jedoch wahrscheinlich von den Organisatoren der Hochzeit.
Es waren, wenn ich es richtig mitbekommen habe, vier Angestellte des Hotels, die sich um alle Angelegenheiten der Hochzeit kümmerten.
Wirklich nette und zuverlässige Leute. Einer war sogar in der Lage ein weiteres Loch in meinen Gürtel zu schlagen (jaja, ich weiß. Ich hatte den Gürtel vorher noch nicht an. Der Gürtel war für mich zu weit. Ich war nicht zu dick u_u )

DIE ZEREMONIE
Ein besonderer Vorteil der Location bestand darin, dass sich die Kirche direkt neben der Dining Hall befindet.
Man merkt wirklich sofort, dass die gesamte Gegend für große Anlässe konzipiert ist.

Überall findet sich schöne Landschaft und Deko. Perfekt für Fotos.
Und genau die Gelegenheit wurde genutzt, um viele Fotos zu schießen.
Eigentlich ist auch eine Fahrt für Braut und Bräutigam in dem Boot inklusive. Dafür blieb jedoch keine Zeit.
Die Kirche. Nicht auf dem Bild: Klimaanlage : ). Ich hätte die Hochzeit ohne Klimaanlage gehasst. Draußen beim Photoshoot war ich bereits am rumölen.
Wirklich ein Paradies. Bereits jetzt war es nicht mehr zu übersehen, wie extravagant die Hochzeit aufgezogen wurde. 

Gerade aus dem Grund fällt es mir wirklich schwer, irgendetwas Schlechtes über die Hochzeit zu schreiben. Natürlich war manches unvorhergesehen. Aber es konnte kaum dem Gesamteindruck der Hochzeit schaden.

Warum ich noch nicht über die Zeremonie schreibe? Die Zeremonie hat sich ebenfalls verspätet.
Oder eher der zur Vermählung bestimmte Pfarrer. Wegen Stau hatte es der Pfarrer nicht mehr geschafft.
Der Ersatzpfarrer tauchte dann irgendwann zwei Stunden später auf. 
Einzig wirklicher Verlust war die verpasste Bootsfahrt.

TROTZDEM die Trauung war wunderschön. Ich war den Tränen nahe als Piwi zum Altar schritt.
Überall so viel Emotionen.
Die Kirche hatte für Piwi einen eigenen Eingang. Was für ein Auftritt. Die Tür öffnet sich, Musik spielt, alle Augen richten sich nach hinten.
Ich hatte auch die wichtige Aufgabe eine Bridesmaid nach vorne zu begleiten. Komplett mit rotem Teppich, Fotos, etc.
Sehr cool.
O_o Was zum...
Nach der Trauung wurde die Leute in Gruppen nach vorne gebeten, damit Fotos mit dem Brautpaar geschossen werden können.
Neben den unzähligen Kameras der Gäste wurde auch ein professionelles Kamera-Team engagiert.

Ich weiß wirklich nicht, wie viele Leute dazu angestellt waren. Ein halbes Dutzend?
Es gab handgehaltene Blitze, stationäre Leuchten, eine HD-Videokamera (das Hochzeitsvideo ist noch nicht fertig, soweit ich weiß) und Fotokamera (natürlich).

Das Brautpaar wurde daraufhin nach draußen gebeten. Den Gästen gab man Blüten zum Werfen in die Hand.
Dem Brautpaar gab man zwei weiße Tauben in die Hand.
Man hat sie hochgeworfen. Sie fielen herunter.
Die einzige Form von Recycling, der ich in den Philippinen begegnet bin.

Nun, den ganzen Tag über waren wir unterwegs. Ich hatte an dem Morgen lediglich eine Suppe.
Wir waren alle hungrig. Wir hätten schon längst am Essen sein müssen.
Endlich wurde es so weit.
Val erging es wahrscheinlich genau wie mir.


DINNER
Oder auch nicht.
Groomsmen, etc. wurden noch einmal in Paare gebeten, um das Brautpaar zur Dining Hall zu begleiten.
Also noch einmal warten.

Schließlich kam es dann doch zum Essen. Und es war wirklich gut. Und ich hatte viel.
So viel, dass es nicht mehr geschafft hatte, ein Dessert zu probieren U_U.
Unter anderem gab es zwei mongolische Grill-Stationen. Es war wirklich gut.
Am Essen gab es nichts auszusetzen. Es war wirklich gut.

So gut, dass die Dia-Show, die an eine Leinwand projiziert wurde, fast vollständig an mir vorbeiging.
Bilder von Piwi und Val wurden an die Wand geworfen.

Es war übrigens nicht die einzige Präsentation.
Kurz darauf wurde eine zweite Dia-Show gezeigt. Und ich war wirklich überrascht.
Ein paar von den Fotos, die gerade erst bei der Trauung gemacht wurden, wurden zur Schau gestellt.
Wirklich schnelle und tolle Arbeit. Vor allem, weil ich auch abgebildet war ; ).

Selbstverständlich wurde für den Abend ein Programm durchdacht.
Moderiert wurde der gesamte Abend von einer netten Frau, die tatsächlich englisch sprach, sodass ich es auch mitverfolgen konnte.
Wahrscheinlich war sie auch im Hochzeit-Paket inbegriffen. Mir fällt es schwer, sie zu beschreiben.
Sie war hübsch, hatte eine starke und lebendige Stimme, war witzig und gut gelaunt.
Sie war ein Profi.

Val und Piwi hatten ihren ersten Tanz. Val hat für Piwi gesungen. Ich bin unglaublich sentimental, was sowas angeht. Ich war wirklich beeindruckt von der Hingabe, die Val damit gezeigt hat.
Wie viel Arbeit und Liebe wirklich in die Ermöglichung einer so großen Hochzeit gesteckt wurde, bleibt mir verborgen.

Viel spektakulärer war jedoch das Spiel, das daraufhin folgte (natürlich, weil ich teilgenommen hatte ; ) ).

Ich war Vorletzter und habe somit verloren (ich war zu schnell).
Val hat Junggesellen auf die Bühne gerufen, damit er als einzig liierte Person unter seinen Freunden stehen kann. Natürlich um uns zu demütigen.
Wir haben Körbe in unsere Hosen gesteckt und mussten die Hüften bewegen, um den Ball in den Korb zu bekommen.
Uns hat man nichts weiteres erklärt.

Aus dem Spiel ging einer hervor, der nicht schnell genug war und der Rest setzte sich wieder hin (das war's also für mich : / ).

Daraufhin wurde ein Musik-Raten-Spiel mit den Junggesellinnen abgehalten. Alle bis auf die Letzte setzten sich wieder hin.

Dann sollten die beiden aus den Spielen Übriggebliebenen eine Person aufrufen, mit der sie tauschen möchten.
Und jetzt fängt der Horror an. Mein liebstes Subgenre: Torture Porn.

Val und Piwi würden etwas vorführen und das befremdete Spielpärchen müsste es dann nachmachen. Das ging dreimal.
Rechts: Das Pärchen, dass die Spiele verloren/gewonnen hat. Links: Das Pärchen, dass dann für die anderen eingesprungen ist.
Er musste ihr ins Kleid greifen und irgendetwas herausholen. JA, GENAU.
Daraufhin hat Val auf Piwis Stirn geküsst.
Klar, der arme Kerl war sichtlich verlegen (und auch irgendwie enthusiastisch), hat es dann jedoch getan.
Mit ihm hatte ich jedoch kein Mitleid. Eher mit seinem Mädchen ; ).
(Warum zum Teufel war ich nicht auf der Bühne?)

Und wie bei jedem Torture Porn entspringt die Spannung aus dem Ersehnen des Unausweichlichen.
Val knutscht Piwi. Verdammt, sie haben es getan. Bei der Vorstellung, was jetzt anstehen würde, dreht sich mir der Magen. Mein Körper rebelliert. Das ist nicht richtig! Ich war noch nicht betrunken.
Nach vieeel hin und her. Zumindest hatte er so viel Scham, ihr nicht jede Würde zu rauben.
Zur Erholung nach dem Schauspiel begab ich mich dann zur Bar.
Eine voll ausgestatte Bar mit drei, vier oder fünf Barkeepern. Sie haben gemixt, angezündet, jongliert, Spaß gemacht, toll.

Okay. Den nächsten Teil möchte ich schnell hinter mich bringen.
Wir haben getrunken. Ich habe VIEEL getrunken. Ich war wirklich sturzbetrunken.
Wir haben getanzt. Der Typ in der Mitte bin ich. Das Mädchen an mir dran ist 15 T_T. Ich wusste es nicht besser! Mein Gott. Könnte meine Nichte sein.
Und dann war es plötzlich vorbei. Recht unerwartet wurden wir dann nach draußen gebeten.
Da wir uns insgesamt verspätet haben, kam der Abend in der Dining Hall etwas kurz vor.
Jedoch war es genau richtig. 

Eine Stunde länger? Ich hätte mich totgetrunken.
Ich war bereits jetzt am rumstolpern, rumbeißen(ja, genau) und ein bisschen mehr und ich hätte mich auf dem Boden rumgerollt(der Gedanke hatte bereits Fuß gefasst).

Glücklicherweise erwachte ich am nächsten ohne Kater. Dafür mit der Erinnerung an eine Hochzeit, die ich mir schöner nicht vorstellen könnte.

Für diese Erfahrung bin ich Val und Piwi unglaublich dankbar. In den Wochen zur Hochzeit und auf der Hochzeit selber habe ich so viele wertvolle Menschen kennen gelernt.

Val und Piwi haben Familien zusammengeführt und Menschen hatten die Chance sich zu treffen, die anders niemals gegeben wäre.

Den größten Dank - Marc