Ins Bett legen und wissen, dass man alleine ist und zur keiner Rechenschaft schuldig, ist das schönste.
In den letzten Tagen konnte ich die Freiheit genießen, die ich aus Deutschland kannte und hier vermisste.
Natürlich ist es verständlich, dass die Familie hier zusammenhält.
In einem Haus finden sich viele Generationen und Kinder verlassen spät -wenn überhaupt- das Elternhaus.
Meine Entscheidung für einige Zeit alleine zu leben, wurde mit entsprechenden Bedenken, jedoch ohne lautem Widerstand angenommen.
Die letzten Monate habe ich als Gast in fremden Häusern gelebt. Ich habe anderer Leute Platz genommen, das Essen geteilt und versucht meine Wünsche so gut es geht durchzusetzen.
Dabei konnte ich den Menschen um mich herum näher kommen, hatte dabei dann doch keinen Raum für mich selbst.
Es war nicht länger Urlaub, es war nicht länger für mich.
Neben meiner Freiheit gab ich auch etwas von meiner Würde auf. Mir bedeutet es viel, selbst über mich zu bestimmen. Daher möchte ich nicht auf andere angewiesen sein.
Vor allem möchte ich nicht auf der Tasche anderer liegen.
Ich bin nun 21 Jahre. Jeder Staat würde mich daher als einen Erwachsenen anerkennen.
In manchen urzeitlichen Stämmen hätte mein Alter keine Bedeutung.
Zivilisation vertrieb Initiationsriten aus unserem Brauchtum.
Was einmal ein bedeutungsvoller und ersehnter Moment in dem Leben eines Mannes war, ist nunmehr -in verarmter Form- der klägliche Versuch die eigene Mannhaftigkeit zu beweisen.
Der Verlust der Jungfräulichkeit, Wehrdienst, Erfahrungen mit Alkohol werden im Leben eines Jungen kaum eine Verwandlung zum Mann hervorrufen.
Zum Glück wurde ich nicht als Maasai geboren.
Maasai lion hunt
Perhaps the most extreme example of a ritual designed to encourage survival of the fittest is the Maasai lion hunt. Maasai men, armed with only a spear and a shield, would hunt and kill a healthy adult male lion. Surviving this test was proof that a man was strong and could defend his family and livestock. If you weren’t fit enough, you would be a meal for the lions. As a way of separating the strong from the weak, it is near foolproof. The men considered ready to embark on this endeavor are known as ilmeluaya or “fearless warriors.
Und dennoch. Ein Verlangen endlich meine Vergangenheit hinter mir zu lassen bleibt bestehen. Der Junge ist bereit zum Sterben, sodass ein Mann geboren wird.
Ständiges rechtfertigen, berichten und entschuldigen (nach Vernachlässigung des vorhergenannten) nimmt mir jedes Gefühl von Selbstständigkeit und letztendlich Männlichkeit.
Männlichkeit nicht im Kontrast zur Weiblichkeit, sondern im Sinne von Reife.
Ich fühle mich hier der Möglichkeit beraubt, ein reiferer Mensch zu werden.
Erfahrungen -die mir dabei helfen sollten- verlieren jeden Wert, wenn mir die Verantwortung genommen wird.
Das war mein Wunsch:
Hier zu leben wie jeder andere Tourist, der nicht das "Glück" hat Familie hier zu haben. Hier die Welt mit meinen eigenen Augen kennen zu lernen, ohne die Filter meiner Verwandten.
Das Leben kennen zu lernen, wie es wirklich ist und nicht wie andere es für mich bestimmen.
Dafür war ich bereit alles zutun und habe viel aufs Spiel gesetzt.
Die Situation mittlerweile ist auf dem besten Weg der Klärung. Ich gehe davon aus, dass sich bald alles wieder einrichtet.
Meine Freiheit war mir viel wert. Die Konsequenzen betreffen bedauerlicherweise nicht nur mich.
Daher erhoffe ich, dass ich diese Umstände wieder richten kann.
Besorgnis um mich nehme ich mit einem leidvollen Lächeln hin. Doch ungebetenes Einmischen bereitet mir nur noch Kopfschmerzen.
Mir geht es gut. Und dafür bin nur ich verantwortlich.
Lasst mir diese Freiheit.
PS: Habe Durian probiert, mein Raum stinkt immer noch.
Dabei hat die Frucht nur in meinem Raum gelagert. Gegessen habe ich es auf dem Bordstein vor dem Haus aus Angst der Gestank wird noch penetranter.
Kein Video, da kein Licht bei Nacht und zu große Hemmungen in der Öffentlichkeit zu filmen. Es schmeckt etwas angefault, das meiste der Frucht schmeckt nach gar nichts oder wie Holz.
Der Gestank war erträglich. Die Konsistenz war jedoch ekelhaft.
Frohes neues Jahr, Marciboy!
AntwortenLöschenWo hast du denn wEihnachten und Sivlester verbracht? Wird mal wieder Zeit für einen neuen blogeitnrag oder nicht?!
Gruß Flowsen